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Kawaida Projektbesuch, Juli 2018

Mit unglaublich viel Gepäck – ganze 180kg! – sind wir diesen Juli mit Vorfreude und voller Spannung das erste Mal als ganze Familie nach Kenia geflogen, um dort die Kawaida Schulen zu besuchen. Über all die mitgebrachten Kleider, Fussbälle, Bücher, Laptops und viel Schoggi, die natürlich nie fehlen darf, haben sich die Kinder und Lehrer an den Schulen und die Projektleiter Pastor Nelson mit seiner Frau Lilian sehr gefreut. Sie lassen allen danken, die dazu beigetragen haben, und schicken herzliche Grüsse nach Gossau.

Wie auch in früheren Projektbesuchen gab es wieder viel zu besprechen und zu sehen, was sich in den letzten Jahren an den Schulen verändert hat. Das waren lange, intensive Tage – frühmorgens los – Mittagessen zum Teil dann aber erst um halb vier und dann noch die lange Heimfahrt über holprige Strassen. Zum Glück hatten wir einen Notvorrat an Darvidas dabei. Unsere beiden Jungs, Joel und Levi, haben sich mit Nelsons zwei jüngsten Töchtern gut verstanden, die auch mit dabei waren, und sind auch an den Schulen schnell mit den Kindern in Kontakt gekommen. Die mitgebrachten Fussbälle boten dann jeweils auch gleich die Gelegenheit für einen Fussballmatch mit den Schülern.

Erfreulich war zu sehen, dass sie an den beiden Oberstufen mit Anlehren begonnen haben, um den Schülern eine bessere Chance im Berufsleben ermöglichen zu können. Das war schon lange eine Vision und soll auch weiter ausgebaut werden. An zwei der Schulen werden auch wieder Tiere gehalten oder Pflanzen angebaut, um selber etwas Nahrungsmittel produzieren zu können.

Neben vielen guten Veränderungen gab es aber auch eine Entwicklung in den öffentlichen Schulen, die einen grossen Rückgang von Einnahmen für die Kawaida-Schulen bedeutet. Da die öffentliche Schule mit der neuen kenianischen Regierung nun gratis ist, haben Eltern, die bis anhin einen Beitrag ans Schulgeld zahlen konnten, ihre Kinder aus den Schulen genommen und schicken sie nun auf die öffentlichen Schulen. Die Kinder aus den ärmsten Verhältnissen gehen aber weiterhin in die Kawaidaschulen, da sie in den Genuss von Mahlzeiten kommen oder auch dort wohnen, wenn sie kein zu Hause mehr haben. Hinzu kommt, dass wegen der anhaltenden Dürre in Ostafrika, die Lebenskosten ohnehin stark gestiegen sind. Darum sind die Kawaida-Schulen nun gänzlich von den Spenden aus dem Verein Kawaida abhängig. Nelson und sein Team haben in den letzten Monaten Darlehen aufnehmen müssen und haben sich so verschuldet. Als Verein haben wir den Vertrauensschritt gewagt und bereits eine aussergewöhnliche Überweisung gemacht, um die Not etwas zu lindern. Umso mehr sind wir auf zusätzliche Spenden angewiesen.

Mit vielen wertvollen Eindrücken, aber auch mit einem schweren Herzen über die gesehene Not, sind wir wieder nach Hause gekehrt. Wir wissen aber noch stärker als zuvor, dass wir mit unserem Einsatz für den Verein Kawaida und mit allen, die sich daran beteiligen, viel bewirken können. Herzlichen Dank fürs Mittragen!

 

Esther & Geri Herren mit Joel & Levi